Methodisches

Gender Mainstreaming ist ein grobes Programm zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen. Für die Umsetzung dieses Konzepts bedarf es jedoch konkreter Methoden. Um Geschlechtergerechtigkeit bei Entscheidungen und Strukturen handhabbar und verständlich erfassen, bewerten und gegebenenfalls ausweiten zu können, wurden verschiedene analytische Instrumente und Hilfsmittel entwickelt.

Neben den nachfolgend kurz vorgestellten analytischen Konzepten gehören hierzu unter anderem auch das Erstellen von Statistiken sowie von Checklisten zu Gender-Aspekten, das Umsetzen von Bildungsinstrumente (z.B. Schulungen, Gender Trainings), Lenkungs- und Steuerungsgruppen, Befragungen, Anhörungen.


Hier ist nur eine kleine Auswahl von in der Literatur häufig genannter Methoden zur Implementierung von Gender Mainstreaming in Organisationen aufgelistet. Je nach Aufbau und Gegebenheiten ihrer Organisation könnten andere Methoden hilfreicher sein hinsichtlich der Einarbeitung einer stärkeren Berücksichtigung von Gender-Aspekten in Ihrer Arbeit.

Wenn Sie Hilfe bei der praktischen Umsetzung dieser Methoden in ihrer Organisation bzw. in einzelnen Projekten haben, helfen wir Ihnen gerne weiter.


  3R-Methode

Die in Schweden entwickelte und erfolgreich angewandte Methoden konzentriert sich auf drei Grundfragen.

1. Wer repräsentiert.

2. Was sind die relevanten Ressourcen (z.B. Zeit, Raum, Geld, Fortbildung) und
wie sind diese verteilt?

3. Wie gestalten sich die Bedingungen in der Realität? Wie sind die Bedingungen?
    Wer redet wie viel? Wo ? extern? intern? Wie sind Gehälter verteilt?

  Sechs-Schritte-Programm

Das von den WissenschaftlerInnen Krell, Mückenberger, Tondorf entwickelte Sechs-Schritte-Programm ist insbesondere für Steuerungs- und Lenkungsgruppen ausgearbeitet und soll bei der systematischen Implementierung im Verwaltungshandeln helfen.


Schritt 1:
In einem ersten Schritt muss der Ist-Zustand erfasst werden. Auf dieser Grundlage werden dann die Ziele hinsichtlich genderspezifischer Gleichstellung formuliert.

Schritt 2:
Im zweiten Schritt rücken die Betroffenen selbst in den Fokus. Es müssen ihre direkten gleichstellungsspezifischen Probleme analysiert und die konkreten Hemmnisse für eine Chancengleichheit von Frauen und Männern herausgestellt werden.

Schritt 3:
Nach der Analyse der Problemlage erfolgt die Entwicklung von entsprechenden Handlungsoptionen. Verschiedene Alternativvorgehen sollten erarbeitet werden.

Schritt 4:
Anschließend werden die erarbeiteten Handlungsoptionen überprüft und in Anbetracht der vorherrschenden Gegebenheiten eine Entscheidung für die beste Alternative gefällt.

Schritt 5:
Es folg die praktische Umsetzung. Die erarbeiteten Maßnahmen müssen umgesetzt bzw. implementiert werden. Schritt 6:
In einem letzten Schritt sollte die Evaluation erfolgen. Nach einem geeigneten Zeitraum wird überprüft, inwieweit die umgesetzten Maßnahmen greifen und ob gegebenenfalls nachbessert werden muss.

  Gender Impact Assessment (GIA)
             (GIA – dt. Prüfung der Gleichstellungsverträglichkeit)

Gender Impact Assessment meint soviel wie „Prüfung der Gleichstellungsverträglichkeit“. Die in den Niederlande erarbeitete und erfolgreich angewandte Methode analysiert und bewertet eine geplante Maßnahme bzw. Politik im Vorfeld seiner Implementierung nach gendergleichstellungsspezifischen Gesichtspunkten. Im Fokus stehen dabei folgende Aspekte:

a) Rechtliche Gleichstellung
b) Gleichstellung hinsichtlich der Ressourcen
c) Gleichstellung hinsichtlich der Beteiligung an Entscheidungen